Hue

Nach einer langen Nacht im ruckelnden Zug sind wir bei über 30 Grad in Hué ausgestiegen.

Zuallererst sind wir zur Grabstätte des Tu Duc gefahren. Gleich beim Eingang ist uns ein unglaublicher Lärm aufgefallen. In der Sommerhitze haben Zikaden ein Konzert veranstaltet.

Kaiser Tu Duc war der 4. von 13 Kaisern aus der Nguyen Dynastie. Eigentlich hätte sein älterer Bruder Kaiser werden sollen, aber der Vater der beiden hat seinen jüngeren Sohn als Kaiser gewählt, da der ältere eher umtriebig war und viel getrunken hat.

Der verschmähte Kronprinz hat dann eine Rebellion gegen seinen Bruder, den Kaiser geführt, ist aber dann gefangen genommen worden und hat im Gefängnis Selbstmord begangen.

Kaiser Tu Duc war sehr dem Konfuzianismus zugetan und wollte weder mit anderen Religionen noch dem Ausland irgendetwas zu tun haben. Durch seine Christenverfolgung entstanden Unruhen, die Frankreich nutzte um vom Süden her anzugreifen. In der Schlacht um Hanoi wurde Vietnam dann besiegt und China gab die Lehensherrschaft über Vietnam an die Franzosen ab. Da Tu Duc der letzte Kaiser war, der Vietnam unabhängig regierte, wird er oft als letzter Kaiser Vietnams bezeichnet.

Da Tu Duc wegen einer Pockenerkrankung keine Kinder zeugen konnte, hatte er trotz seines Harems von über 100 Frauen keine Nachfolger. Deshalb hat er dann drei seiner Neffen adoptiert und den ältesten davon zu seinem Nachfolger ernannt.

Aber um sich immer an seine Fehler zu erinnern und andere daran zu erinnern keine zu machen, hat Tu Duc auf einen Stein seine Fehler einmeisseln lassen, unter anderem der Tod seines Bruders und der Kindermangel.

Tu Duc Stein

Die Grabstätte selbst ist von einer Mauer umgeben. Die Tore die hineinführen haben wunderschöne bunte Fliesen als Verzierung.

Fliesen

Das Grab selbst ist unter einem Pinienhügel und niemand weiß genau wo. Innerhalb der Mauer ist nur ein leerer Sarkopharg.

Leeres Grab

Aber Hauptsache ein paar Grabwächter und Wächterinnen passen gut auf…

Grabwächter

Dann sind wir weiter in ein Nonnenkloster gefahren, wo wir ein vegetarisches Mittagessen von den Nonnen serviert bekommen haben.

Nonnenkloster

Zum verdauen eine Cyclofahrt durch den Markt und die Stadt Hue bis zum Kaiserpalast. Natürlich mussten wir nicht selbst treten…

Die Zitadelle von Hue ist von einem 10km Wassergraben umgeben, also ist sie ca. 2,5x2,5km im Quadrat. Innerhalb der Zitadelle liegen Teile der Stadt sowie auch das Kaisergrab mit der verbotenen Stadt, die UNESCO Weltkulturerbe ist Die Zitadelle wurde von Gia Long, dem 1. Nguyen Kaiser und somit dem Begründer der Nguyen Dynastie erbaut und während der Herrschaft seines Sohnes Minh Mang fertiggestellt.

Der ebenso quadratische Kaiserpalast ist ebenfalls von einem Wassergraben und einer Mauer umschlossen. Wir haben uns den Palast bei 31 Grad in der Mittagshitze angesehen, dafür haben wir mal blauen Himmel auf den Fotos!

Kaiserpalast

Bei der Schlacht um Hue wurden fast alle Teile der Kaiserstadt beschädigt oder zerstört. Nicht so zum Beispiel The To Mieu, in dem 9 Urnen der Dynastie stehen, auf denen verschiedene Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten aus Vietnam dargestellt sind.

The To Mieu

Die Tempelanlagen scheinen ständig renoviert zu werden, aber man sieht, dass die feuchte heiße Luft den Anlagen nicht gut tun.

Bunte Tore

Ein weiterer Teil der soeben renoviert wurde ist der Thai Hoa Palast, der im Inneren vor ein paar Jahren vollständig erneuert wurde. Der rot-goldene Saal mit dem Thron in der Mitte ist sehr beeindruckend

Rot-goldener Saal

Das Herzstück der verbotenen Stadt ist der Palast selbst - Kien Trung. Dieser ist eine Mischung aus asiatischer und europäischer Bauweise und mit den hier üblichen Fliesen bunt verziert. Der Tempel war der Wohnsitz der letzten zwei Kaiser der Nguyen Dynastie. Er wurde 1947 im Indochina Krieg zerstört und erst 2019-2023 wieder aufgebaut.

Kien Trung Drache

Nach einem schnellen Kaffee (der Vietnamesische Kaffee ist sehr starker Espresso aus nussiger Robusta Bohne und wird mit Grüntee serviert von dem man abwechselnd zum Kaffee schlürft) sind wir mittels Boot zur Thien Mu Pagode gefahren. Gut besucht auch von Vietnamesischen Gruppen in traditioneller Kleidung.

Thien Mu

Die Pagode der himmlischen Frau wurde der Legende nach auf genau diesem Hügel über den Parfumfluss gebaut, weil dort nachts eine alte Frau gefunden wurde. Sie trug ein langes, rotes Kleid und grüne Hosen und behauptete, dass dieser Ort einer Gottheit gehört. Sie verlangte, dass im Namen dieser Gottheit eine Pagode gebaut werden müsse, woraufhin sie in einer Wolke verschwand. Daraufhin wurde die Pagode gebaut.

Blick von der Pagode über den Parfumfluss (oder auch Fluss der Wohlgerüche). Der Fluss heißt so, weil am weiter oberen Ende Blumen und Blüten für Parfum angebaut wurde und diese dann den Fluss hinuntergeflossen sind und gut gerochen haben.

Perfumfluss

Witziges Detail am Rande - die Wächter in einem der Tore haben einen Bart aus echten Haaren, angeblich Pferd.

Pferdebart

Danach sind wir weitergefahren in ein altes Bauerndorf in dem wir uns ein altes Bauernhaus ansehen durften.

Bauernhaus

Nach einem tollen Abendessen in einem kleinen Versteckten Lokal in der Touristenmeile sind wir noch kurz an den Pool und dann schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen ann zuerst zum Minh Mang Grab (der 2. Kaiser der Nguyen Dynastie). Das ist wunderschön angelegt mit Wasser und Hügeln und wunderschön angelegten Gärten.

Minh Mang Grab

Minh Mang war wesentlich Fruchtbarer als der Kollege aus dem ersten Grab. Er hatte 142 Kinder mit seinem Harem aus ca. 500 Frauen. Auch er ist an einer unbekannten Stell im Grabhügel vergraben.

Thien Mu

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Ninh Binh

Nach einer dreistündigen Autofahrt sind wir im Banana Bungalow in Ninh Binh / Tam Coc angekommen. Das Hotel ist laut Reiseplan das rustikalste. Aber wir finden nichts auszusetzen. Das Zimmer ist groß mit 2 Doppelbetten, die Bungalows schön um einen Pool drapiert und das Essen ist ausgezeichnet.

Banana Bungalows

Am ersten Tag wurden wir kurz vor der Ankunft noch bei einem Höhlentempel ausgesetzt. Bich Dong ist eine Tempelanlage die bei einem kleinen See mit einer Brücke und einem Tor anfängt… aber lang nicht aufhört.

Bich Dong Eingang

Nach ein paar wenigen Stufen ist man beim ersten Tempel. Der ist eher weit gebaut am Fuße eines Berges. Ein paar Steinfiguren, wie der Drache hier lockern das Ganze auf.

Drache

Dann geht es unterschiedlich hohe und im Regen rutschige Treppen weiter nach oben und man kommt zu einem Tempel, der in einen Überhang gebaut ist.

Felsentempel

Links davon kommt man durch einen finsteren Gang zu weitern Treppen im Inneren einer Tropfsteinhöhle, in der weitere Tempel zu finden sind.

Grotte

Und wenn man am anderen Ende rauskommt gibt es nochmal weitere rutschige und ungleich hohe Treppen zu einem letzten Tempel oben im Berg.

Felsentempel

Den nächsten Tag hatten wir zur freien Verfügung und sind über Umwege durch die Reisfelder in den Ort Tam Coc spaziert.

Reisfelder

Die Hauptattraktion hier sind die Berge, die genauso aussehen wie in der Halong Bucht, nur halt am Festland stehen, statt im Meer. Darum wird die Gegend auch trockene Halong Bucht genannt. Direkt in Tam Coc gibt es eine Bootsanlegestelle, die über Kanäle weiter auf einen Fluss oder See (konnte ich auch im Internet nicht herausfinden) weitergeht. Dieser schlängelt sich durch Reisfelder und zwischen den charakteristischen Bergen durch. Man fährt sogar unter drei Bergen durch - Ca, Hai und Ba.

Bootsfahrt Bootsfahrt

Heute Abend steigen wir dann in den Nachtzug nach Hue.

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Dragon Legends Cruise

Nach Frühstück in Hanoi sind wir weiter nach Halong gefahren. In der Bucht von Halong sind ja die klassischen steilen leicht begrünten Hügel im Meer. Damit man die sehen kann, muss man natürlich mit dem Schiff raus. Also sind wir um 12:00 am Hafen gewesen um in die Dragon Legend einzuchecken.

Unser Schiff

Zur Begrüßung bekamen wir gleich ein 7-Gänge-Menü serviert:

Vorspeise 1: Ha Long Meeresfrüchte Suppe (mit Tomaten und Shrimps) Meeresfrüchte Suppe

Vorspeise 2: Binh Lieu’s Traditioneller Salat (Rettich, Gurke, Salat, Sesamdressing) Salat

Hauptspeise 1: Fischerdorf Meeresfrüchte im Lehmtopf (Gegarte Shrimps und Tintenfisch) Meeresfrüchte

Hauptspeise 2: Vietnamesisches Huhn mit Ingwer (gebacken) Huhn

Hauptspeise 3: Gekochte Chayote (Kürbisart) mit gesalzenen Erdnüssen Chayote

Hauptspeise 4: Bai Tu Long gedämpfte Seebrasse (in dunkler Soße mit Kräutern und Chili) Seebrasse

Nachspeise: Saisonale Fruchtplatte (Banane und Wassermelone) Früchte

Nach dem Essen sind wir mit Booten zu einem der Felsen gebracht worden. In dem ist eine Höhle, die wir nach ca. 90 Stufen erreicht haben. Die Tropfsteinhöhle war mäßig interessant, aber die Aussicht von oben war nicht schlecht!

Felsen Aussicht

Wieder unten sind wir zum Benachbarten Berg weitergefahren in dessen Mitte eine Kajakstation war. Wir sind eingeschifft - Maria und Angela haben sich ein Kajak geteilt und ich hatte den Reiseleiter als Begleitung dabei. Einmal um die Insel herum mit dem Kajak hat echt Spaß gemacht und wir haben die Felsen aus nächster Nähe zu Gesicht bekommen.

Kajak Kajak

Und damit wir nicht verhungern, gab es nach der Anstrengung ein weiteres 8-Gänge-Menü.

Vorspeise: Grüner Salat (sehr ähnlich dem Salat von zu Mittag, ein bisschen Krautlastiger statt Rüben) Salat

Hauptspeise 1: Gegrillte Austern mit Frühlingszwiebel Austern

Hauptspeise 2: Frittierte Riesengarnele mit Karotten-Rum-Sauce Riesengarnele

Hauptspeise 3: Indochina Junke’s Traditionelle Makrele auf heißer Platte (zum selbst rollen mit Reisblättern und Gemüse) Makrele

Hauptspeise 4: Ha Long Tintenfisch Kuchen mit gedämpften Klebreis (frittierter Tintenfisch) Tintenfisch

Hauptspeise 5: Sautiertes Rind mit schwarzem Pfeffer Rind

Hauptspeise 6: Gebratene Wintermelone mit Knoblauch (auch eine Kürbisart) Wintermelone

Dessert: Caramel Pudding mit Mango Pudding

In einer ruhigen Bucht haben wir die Nacht verbracht. Am nächsten Morgen haben wir die Option des morgendlichen Tai Chi ausgelassen und uns stattdessen einen Kaffee genehmigt. Denn schon bald hatten wir den nächsten Ausflug am Plan. Mit einem Ruderboot wurden wir entlang von noch zum Teil bewohnten schwimmenden Fischerdörfern um eine Inselgruppe herumgeführt. Und zwar ist das das Vung Vieng Fischerdorf. Es liegt umgeben von Bergen an einer sehr ruhigen und sicheren Stelle Meer. Früher haben dort 400 Menschen gewohnt und es gab sogar eine Schule aber aufgrund der Umweltverschmutzung durch ungefiltertes Abwasser (irgendwo muss man ja aufs Klo) hat die Regierung die Menschen dort umgesiedelt und ans Land geholt. Jetzt leben dort nur noch ca. 40 Menschen (und mehrere Hunde).

Fischerdorf Fischerdorf

Sehr still und entspannt war es dort:

Wir fuhren dann mit dem Schnellboot zurück zum Hafen, weil unsere Reise nach Süden per Auto weitergeht, während andere noch eine zweite Nacht auf der Dragon Legend verbrachten.

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Hanoi

Nach einem langen Flug und einer kurzen Nacht sind wir Montag Abend in unserem Hotel eingezogen. Unser Dreibettzimmer ist im 9. Stock und wir sehen auf den Hoan Kiem See, im Herzen Hanois hinunter.

Hotel Aussicht

Nach Ankunft und einer schnellen Dusche mussten wir uns auf die Suche nach einem Abendessen und Bargeld machen. Am 4. Bankomaten haben wir dann sogar Geld abheben können und haben uns dann auch noch ein kleines Abendessen und Bier genehmigt. 3 Bier und 2 Mahlzeiten kosten hier übrigens 8 Euro.

Heute (Dienstag) Morgen wurden wir bereits um 8 Uhr abgeholt. Denn zuerst mussten wir zum Mausoleum von Ho Chi Minh. Das hat nämlich immer nur 5 Tage die Woche je 3 Stunden in der Früh offen - von 7:30 bis 10:30. Und 2 Monate im Jahr ist es ganz geschlossen weil der Ho Chi Minh seine Pflege braucht. Denn der liegt wirklich in einem Glassarkopharg aufgebahrt im Mausoleum und schaut sehr frisch aus. Dabei ist er schon seit 1969 da drinnen.

Wir sind ca. 1 Stunde in Reih und Glied Schlange gestanden um dann kurz an ihm vorbeigehen zu dürfen. Aber es hat sich trotzdem ausgezahlt. Total faszinierend und sehr ehrenvoll die Aufbahrungshalle. Und mit Militärwache und dem unglaublich geordneten Anstehen gemeinsam war es dann schon ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Fotos darf man drinnen natürlich keine machen, aber hier sind wir drei vor der Halle. Nachdem man drinnen war, darf man sich dann nämlich frei bewegen und sich das restliche Areal ansehen.

Ho Chi Minh Mausoleum

Nach einem kurzen Ausflug in eine Kunstwerkstatt sind wir ins Ethnologische Museum gegangen. Dort fand ich besonders das Freilichtmuseum interessant mit den verschiedenen Pfahlbauten von den verschiedenen ethnischen Gruppen. In Vietnam gibt es 54 ethnische Gruppen - die größte Gruppe sind die Viet, die 85% der Bevölkerung ausmachne.

Freilichtmuseum

Dann weiter zu einem tollen Mittagessen. Zuerst eine Suppe und Faschierte Bällchen (asiatisch mit Schweinefleisch, Gemüse und Garnelen), dann Fisch in Bananenblättern gegart, gebackenes Huhn und Beilagen und zum Abschluss noch ein Obstteller mit Drachenfrucht, Wassermelone, Vietnamesischem Apfel und Erdbeeren.

Mittagessen

Weiter nach Van Mieu, den Tempel der Literatur. Die Tempelanlage ist eine alte konfuzianische Nationalakademie. Durch fünf Tore kommt man in das eigentliche Tempelgebäude, die Lehrräume der Akademie.

Hier ein quadratischer Brunnen im dritten Innenhof:

Brunnen vor dem Tore

Der Tempel ist übrigens ein UNESCO Weltdokumentenerbe. Hier stehen 82 Stelen auf Schildkröten, auf denen die besten Schüler eingemeißelt wurden.

Stelen

Danach haben wir es uns in einem kleinen Café in der Train Street gemütlich machen dürfen. Die Train Street ist eine enge Gasse mit Häusern, Restaurants und Cafés an beiden Seiten, durch die 5x am Tag ein Zug durchfährt.

Als vorletztes Erlebnis des Tages sind wir ins Wassermarionettentheater gegangen. Ein traditionelles Theater, in dem die Holzfiguren an Stangen von sich hinter dem Vorhang befindlichen Personen bewegt werden. Dazu Musik und Gesang.

Wassermarionettentheater

Wir wurden dann noch mit Cyclos auf Umwegen ins Hotel zurückgebracht. Das sind Fahrradrikschas. Die fahren unglaublich langsam aber zielstrebig mitten durch den Stadtverkehr. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Cyclo

Hier alle Eindrücke der ersten Stadt unserer Reise - Hanoi:

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Schneewandern auf der Rax

Angela, Maria und ich sind auf die Rax gefahren um dort ein bisschen vorzeitig den Winter zu genießen.

Rax

Es war echt kalt und windig, aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Der Schnee war schon auch fein und wenn mal irgendwo kein Wind war, war es echt nett.

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